DIE RHEINPFALZ - NR. 271
KULTUR REGIONAL
Montag, 22. November 2010
"Gitarre trifft Oboe" im Zehnthaus
von Ellen Korelius-Bruder
Musik kann Herzen erwärmen, Sorgen vertreiben und die Seele berühren. Vollauf gelungen ist das Christian Straube und Andreas Vogel mit ihrem Konzert "Gitarre trifft Oboe" am Freitagabend im Berghausener Zehnthaus.
Mit Stahlsaiten-Gitarre und Holzblasinstrument brachten die Ausnahme-Musiker den Sommer mitten im November zurück. Warmer Regen auf der Haut, leiser Wind in den Haaren, durchtanzte Nächte in der Bretagne, Sehnsucht nach dem endlosen Rauschen des Meeres: Straube und Vogel schickten Gedanken weit fort auf die Reise zu schönen Orten und Erinnerungen. Ihre Musik ließ Raum zum Wünschen und Träumen.
Im "Zwiegespräch" plauderten die Gitarre und die Ton angebende Oboe gleich dreimal virtuos miteinander: Die erste Begegnung wurde vom "Wasser im Instrument" des Oboisten gestört und deshalb - jetzt mit Obertönen - gleich wiederholt. Auch im Zugaben-Abschluss-Zwiegespräch des Abends behielt die Oboe das letzte Wort.
Straube erzählte mit „Road Of Paradise" flüchtige, intensive, melancholische und fröhliche Geschichten von der Straße und stellte "Fünf kleine Wölfe" vor: den temperamentvollen Alois, die schwermütige Alexandra, die selbstbewusste Roxanne, die warmherzige Alice und Till, den es hinaus in die Freiheit drängt, erstanden greifbar vor den Zuhörern. Die Erinnerungen des Gitarristen führten auch die Besucher des außergewöhnlichen Abends zurück zu mancher verlorenen Liebe.
Zum Weinen schön entwickelten Straube und Vogel die Poesie des „Schlaflieds", mit dem Gitarre und Oboe zum „Abendlicht" afrikanischer Weiten überleiteten, das sie dem Berhausener Publikum in einer Uraufführung präsentierten.
Ein Holzblasinstrument mit Doppelrohrblatt und sechs Stahlsaiten erfüllten alle fünf Sinne der zahlreichen Konzertbesucher, die Gedanken verloren, mit einem Lächeln im Gesicht, den Heimweg antraten. Der Sommer hatte im Zehnthaus noch einmal Einzug gehalten.